Pflegekräfte aus Polen? Wenn, dann bitte legal!

 

Nach wie vor möchte eine Mehrheit der älteren Menschen in Deutschland ihren Ruhestand möglichst lange zuhause verbringen. Im Falle der Pflegebedürftigkeit werden diese Menschen aber durch geistige und körperliche Beeinträchtigungen von einer Teilnahme am Leben mehr abgehalten als ihnen lieb ist. Im Extremfall droht die Notwendigkeit einer Einweisung in ein – meist sehr teures- Pflegeheim.

Wie aber in den letzten Monaten immer wieder deutlich wurde, sind die Zustände in deutschen Pflegeheimen regelmäßig Anlass zu Kritik und Undercover-Recherchen. Jüngst sorgte ein Bericht des Enthüllungsexperten Günther Wallraff für Aufsehen, in dem dieser die Zustände in deutschen Pflegeheimen aufdeckte und dabei erschütternde Erfahrungen zu berichten wusste.

Auch bei der ambulanten Pflege durch Pflegekräfte aus anderen Staaten, v.a. im Kontext des sogenannten Entsendungsverfahrens, kommt es immer wieder zu seltsamen Machenschaften von Vermittlerfirmen, die in der rechtlichen Grauzone operieren.

Andererseits ist die 24 Stunden-Pflege und Betreuung durch Pflegekräfte aus Osteuropa, insbesondere aus Polen, im deutschen Pflegesystem die bevorzugte Alternative zu einem Aufenthalt Pflegebedürftiger in einem Pflegeheim. Diese Option für Familienangehörige ist aus der deutschen Pflegelandschaft nicht mehr wegzudenken.

Letztlich kann in diesem Zusammenhang nur davor gewarnt werden, ungeprüft die Dienstleistungen der Vermittler anzunehmen. Schwarze Schafe der Branche sind auch den seriösen Unternehmen ein Dorn im Auge. Es lohnt sich also, nachzufragen, wie die beschäftigten Kräfte vertragsrechtlich gestellt sind und ob sie auch einen legalen Versicherungsschutz genießen.

Dann – aber auch nur dann – ist es durchaus möglich, dass eine individuelle 24 Stunden-Betreuung durch polnische Pflegekräfte die Versprechen einlösen kann, die so oft propagiert werden: geringere Kosten als im Pflegeheim, Entlastung der pflegenden Angehörigen und Wahrmachung des Wunsches der Pflegebedürftigen, im Familienkreis noch lebenswerte Jahre zu verbringen.

Sinnvoll ist der Einsatz von Betreuungskräften und und Pflegehilfen, die von einem EU-Arbeitgeber legal nach Deutschland entsendet werden, nachdem die Sozialversicherungsabgaben im Heimatland abgeführt worden sind und auch die offizielle Beglaubigung (Formular) vorliegt und es somit es zu keinen juristischen Problemen kommt.

Donar Barrelet, selbst Inhaber einer polnischen Pflegeagentur, die legal Pflegekräfte und Haushaltshilfen nach Deutschland entsendet, betont den Unterschied zum grauen Markt:

“Pflegekräfte entsenden sich nicht selbst, das führt nur zu Scheinselbständigkeit bzw. Schwarzarbeit.” Barrelet hebt hervor, dass im legalen Fall Pflegekräfte ganz offiziell mit gültigem Arbeitsvertrag (z.B. in Polen) angestellt sind und ihre Sozialversicherungsbeiträge und Steuer im Heimatland routinemäßig abführen. Auch das oben erwähnte Pflichtformular gilt es zu prüfen, denn “im Falle einer möglichen Überprüfung durch Beamten der deutschen Zollbehörde, muss sich die entsendete Kraft mit dem sogenannten A1-Formular legitimieren.” Das allein sei zwar noch keine Garantie für die Legalität, aber “das A1 Formular ersetzt gemäß einer neuen EU-Verordnung seit dem 01. Mai 2010 das bis dahin gültige E 101 Formular. Dieses Dokument bestätigt, dass die Pflegekraft im Heimatland sozialversichert ist und ihre Abgaben geleistet hat.

Quelle:

http://privatecare24.de/rechtslage

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