Altenpflege

Die Bevölkerungsentwicklung und die Fortschritte der medizinischen Forschung sorgen dafür, dass der Anteil an Senioren immer mehr zunimmt. Deren professionelle Betreuung durch in der Altenpflege Tätige wird daher in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Die Altenpflege kommt im ambulanten Kontext in Form von Hausaltenpflege durch Familienmitglieder oder Pflegedienste und stationär in geriatrischen Kliniken, Palliativstationen, Hospizen und Alten- bzw. Pflegeheimen zur Anwendung. Bei Letzteren müssen laut Heimpersonalverordnung bis zu 50 Prozent der Beschäftigten eine abgeschlossene Ausbildung haben. Daraus resultiert ein relativ hoher Anteil angelernter und unerfahrener Mitarbeiter. Allen Schutzbestimmungen zum Trotz ergeben kommt es immer wieder vor, dass schwerwiegende Mängel in der Heimversorgung festgestellt werden müssen.

Aus der Politik ist das Schlagwort „Pflegenotstand“ und sowie Diskussionen über die Finanzierung der Pflege jedem ein Begriff. Der Beruf der Altenpflege leidet unter nicht nur unter Nachwuchsmangel, sondern auch unter der relativ hohen Anzahl seiner Vertreter, die sich für einen Wechsel in andere Arbeitsbereiche entscheiden. Dies liegt vermutlich an der physischen und psychischen Belastung, die die Altenpflege mit sich bringt, sowie an der frustrierenden Erfahrung, dass der idealistische Anspruch vieler Berufsanfänger nicht mit der Realität ihres Arbeitsalltags zu vereinen ist. Auch die Bezahlung ist wenig reizvoll: 2007 sollen 24 Prozent der Altenpfleger weniger als 2.000 Euro monatlich verdient haben.

Dabei haben in der Altenpflege Tätige eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe: Die Erhaltung der Lebensqualität des Pflegebedürftigen. Entsprechend der vorhandenen geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten wird so viel Pflege geleistet, wie notwendig ist; alles, wozu die betroffene Person noch selbst in der Lage ist, soll sie auch eigenständig tun. Auf diese Weise bleibt im Rahmen des sensiblen Themas, auf Hilfe von außen angewiesen zu sein, die Würde des Pflegebedürftigen so weit wie möglich unangetastet.

In den meisten Fällen von Pflegebedürftigkeit kommt die Altenpflege in Deutschland in der häuslichen Umgebung des Betroffenen zum Einsatz. Besonders bei der untersten Pflegestufe wird dabei der Pflegebedürftigen häufig von Familienangehörigen betreut. Sobald mehr Hilfe vonnöten ist, wird häufiger die Unterstützung professioneller Altenpflegekräfte in Anspruch genommen. Sie kümmern sich um die Umsetzung medizinisch indizierter Maßnahmen, helfen bei der Grundpflege und betreuen sozial. Den Familienangehörigen sind sie sowohl Entlastung als auch fachlich versierter Ratgeber, wenn Fragen auftauchen.
Gelegentlich ist machen es die Umstände notwendig, von ambulanter auf stationäre Versorgung umzustellen. Dieser Zeitpunkt ist als äußerst schwierig für alle Beteiligten zu sehen. Der Pflegebedürftige fühlt sich abgeschoben oder sieht sich durch den Umzug in eine Heimeinrichtung mit seinem Lebensende konfrontiert; das empfindliche Thema der Unselbstständigkeit wird präsenter denn je. Die Angehörigen auf der anderen Seite haben häufig mit Schuldgefühlen zu kämpfen und sehen sich aus Kostengründen gezwungen, das unliebsame neue Heim des Pflegebedürftigen mit seinem eigenen Einkommen mit zu finanzieren. Im Zentrum dieser emotionalen Spannungen stehen dann die Pflegekräfte, was die Arbeit besonders zu Beginn des Heimaufenthalts alles andere als vereinfacht. Die Altenpflege ist also eine besonders anspruchsvolle Aufgabe, die gerade im Hinblick auf die Zukunft deutlich mehr Anerkennung verdient.

Leave a Response