Bayern will bei Pflegereform Gas geben

 

Bei der Umsetzung der Pflegereform hat jetzt die Bayerische Staatsregierung angekündigt, die Koalitionsvereinbarung rasch umsetzen zu wollen. Die vereinbarte Pflegereform mit ihrer Mischung aus Erhöhung der Leistungen und Vorsorge mit der Bildung des Fonds bis 2033 sei gut gelungen. Wie die Staatsregierung in einer Pressemitteilung vom 29.4. verlautbarte, betonte die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml im Rahmen einer Kabinettssitzung, dass auf den ersten Schritt der Leistungsausweitung für die häusliche Pflege auch bald der Folgeschritt mit der Gleichstellung der Demenzkranken gegangen werden müsse.

Ca. 2,4 Mrd. Euro würden jährlich der Pflege Bedürftiger mehr zur Verfügung stehen. Huml hob insbesondere die neue Flexibilisierung der Kurzzeitpflege mit der Entlastung pflegender Angehöriger und die Stärkung des Ehrenamts in der Pflege (“Alltagsbegleiter”) hervor. Damit würden u.a. die Chancen Pflegebedürftiger erhöht, für längere Zeit zuhause gepflegt zu werden. Auch die Änderung des Schlüssels in Pflegeheimen von 1:24 auf 1:20 wird von der Ministerin als große Errungenschaft gefeiert.

Die strukturellen Probleme in der Pflege sind damit allerdings nicht angesprochen worden. Die dramatische Entwicklung im Bereich der quantitativen Sicherstellung der Versorgung mit inländischen Fachpflegekräften wird damit ebensowenig in den Blick genommen wie die schlechte Qualität der Versorgung Pflegebedürftiger aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte und ihrer mangelhaften Bezahlung.

Mit ehrenamtlichen Kräften der Abwanderung von Fachpersonal in das attraktivere europäische Ausland begegnen zu wollen, mutet in der Tat schon einigermaßen naiv an.

Quelle:

Staatskanzlei: Bayern macht Tempo bei Pflegereform

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