Voraussetzungen für Pflegedienste in Deutschland

Ein Pflegedienst in Deutschland muss einige organisatorische Voraussetzungen erfüllen, um zugelassen zu werden. Dazu zählt zunächst einmal, die Aufnahme der Tätigkeit bei der zuständigen Aufsichtsbehörde anzuzeigen. Dies ist das zuständige Gesundheitsamt. Außerdem muss davon auch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege in Kenntnis gesetzt werden.

Versicherungsrechtliche Standards sind einzuhalten (Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden), Arbeitsverträge und -nachweise sowie ein polizeiliches Führungszeugnis der leitenden Pflegefachkraft gehören dazu.

Auch der Pflegeprozess, der ja für die Pflegebedürftigen von herausragender Bedeutung ist, unterliegt in Deutschland einschlägigen Bestimmungen. Dies beinhaltet u.a. die Erstellung einer Pflegeplanung. Diese hat zur Voraussetzung, dass zuvor dem Pflegebedürftigen ein Besuch abgestattet worden ist, bei dem Erkenntnisse über dessen geistige und körperliche Verfassung erworben werden sollten. Zu den Anforderungen gehören auch eine Pflegedokumentation.

Weitere Pflichtpunkte sind die ständige Weiterbildung des Pflegepersonals einschließlich der Führung und die enge Kooperation mit Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und zuständigen Institutionen. Wichtig sind hierbei natürlich insbesondere Ärzte, Kliniken oder andere stationäre Einrichtungen.

 

Damit ist allerdings nur ein formeller, rechtlicher Rahmen abgesteckt. Gut, dass es ihn gibt, aber was wollen die Pflegebedürftigen selbst? Dazu beachten Sie bitte unseren nächsten Post mit einer Statistik zum Thema “Wohlbefinden in Pflegeeinrichtungen”.

Ambulante Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste)

Ambulante Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste) arbeiten wirtschaftlich selbständig in Einrichtungen mit eigenen Geschäftsräumen und pflegen wie versorgen im lokalen Einzugsbereich Pflegebedürftige in deren Wohnung. Die Anforderungen an Pflegeeinrichtungen, z.B. Ambulante Pflegedienste, sind in Deutschland gesetzlich geregelt ud durchaus anspruchsvoll. So muss der Pflegedienst gemäß § 71 SGB XI immer über eine geeignete verantwortliche Pflegefachkraft verfügen, die natürlich ihrerseits bestimmte definierte Qualifikationen mitbringen muss. Der Pflegedienst muss seine Pflegeleistungen bei Tag und Nacht einschließlich Sonn- und Feiertagen erbringen können und somit ständig erreichbar sein. Die Pflegefachkraft muss auch über eine ständig verfügbare Vertretung und mindestens 3 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter (Vollzeitstellen) verfügen.

Zu den fachlichen Voraussetzungen einer Pflegefachkraft gehören laut AOK (QUELLE: AOK: http://www.aok-gesundheitspartner.de/imperia/md/gpp/thr/pflege/ambulant/thr_pflege_ambulant_pv_anforderungen.pdf)

die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Krankenschwester“ bzw. Krankenpfleger“, „Kinderkrankenschwester“ oder „Kinderkrankenpfleger“

die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Altenpfleger“ mit staatlicher Anerkennung mit mindestens dreijähriger Ausbildung.

Ferner muss die Pflegefachkraft nachweisen, dass sie innerhalb der letzten 5 Jahre mindestens 2 Jahre in einem dieser Berufe hauptberuflich (sozialversicherungspflichtig) gearbeitet hat und einen Nachweis über den Abschluss einer Weiterbildungsmaßnahme für leitende Funktionen mit einer Mindeststundenzahl von 460 Stunden erbringen.

Die drei Vollzeitstellen müssen nicht die gleiche Qualifikation vorweisen wie die Führungskräfte. Als geeignete Bewerber sieht die AOK dabei folgende Personenkreise an: 

  • Krankenschwester/Krankenpfleger/Kinderkrankenschwester/Kinderkrankenpfleger/Krankenpflegehelferinnen/Krankenpflegehelfer
  • Staatlich anerkannte Altenpflegerinnen/Altenpfleger/Staatlich anerkannte Altenpflegehelferinnen/Altenpflegehelfer
  • Staatlich anerkannte Familienpflegerinnen/Familienpfleger/Haus- und Familienpflegerinnen und –helfer
  • Fachhauswirtschafterinnen/Fachhauswirtschafter/Hauswirtschaftshelferinnen/Hauswirtschafter
  • Dorfhelferinnen/Dorfhelfer
  • Familienbetreuerinnen/Familienbetreuer  

Keine Pflegekräfte: Personalengpass im Gesundheits- und Pflegewesen

Es ist nicht neu: sollte sich an den aktuellen Rahmenbedingungen nichts ändern, dann zieht sich der Personalengpass im Gesundheits- und Pflegewesen noch bis weit in die 30er Jahre des 21. Jahrhunderts hin.

“Bereits 2020 wären in den medizinischen Berufen dann 33.000 Vollzeitstellen unbesetzt, 2030 sogar 76.000.” (Welt-Online, 3.10.2012) Die Lage bei den Pflegekräften wird sich aber noch schlimmer darstellen, so die damalige Prognose. Wie die “Welt” unter Berufung auf die Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers “112 – und niemand hilft” schon 2012 berichtete, werden 2030 über 400.000 Pflegefachkräfte fehlen.

2020 werden nach den damals vorliegenden Zahlen gut 212.000 Vollzeitkräfte fehlen, 2030 bereits knapp 328.000. Waren es 2011 waren erst knapp acht Prozent, so würden 2030 knapp 18 Prozent aller benötigten Stellen (in Vollzeitäquivalenten gerechnet) nicht besetzt werden.

Wie auch der Deutsche Pflegetag im Januar 2014 dokumentiert hat, sieht es zwei Jahre später nicht wirklich gut aus. Aber Zahlen sind schnell in den Raum geworfen. Vergleicht man etwa die genannten Zahlen mit der unten angefügten Statistik, bleibt Verwirrung.

Eine Infografik von statista mit Zahlen der Tageszeitung “Welt”aus dem Jahre 2014 unter Verwertung von Quellen des Statistischen Bundesamtes, des Spitzenverbands der GKV und von DPA zeigt zwar nicht, dass sich die Problematik verflüchtigt hat, meldet ganz andere Dimensionen: die Anzahl der fehlenden Pflegekräfte in Deutschland wird demnach von 39.000 im Jahre 2005 auf 112.000 im Jahre 2025 steigen.

Statistik_id168268_fehlende-pflegekraefte-in-deutschland

QUELLEN:

http://www.welt.de/wirtschaft/article109597726/2030-fehlen-Deutschland-ueber-300-000-Pflegekraefte.html

Pflegeheimkosten – wer zahlt was?

Immer noch müssen sich zu viele Menschen dafür entscheiden, pflegebedürftige Angehörige in Pflegeheime zu verbringen. Nur in wenigen Fällen eine einfache und vielfach auch enorm teure Alternative.

Das miserable Image der Pflegeheime in der Öffentlichkeit, ob berechtigt oder nicht, lässt schon im Vorfeld bei vielen Betroffenen ein zwiespältiges Gefühl entstehen. Tut man dem Vater oder Mutter damit wirklich einen Gefallen? Werden die Pflegerinnen und Pfleger den Respekt aufbringen, den Eltern verdienen? Werden sie professionell und menschlich vorgehen?

Die Rechnungen für die Kosten einer Pflege im Heim schrecken nicht minder. Über den medizinischen Dienst der Krankenkassen wird festgelegt, welcher Pflegestufe (von 0-III) der Pflegebedürftige zugeordnet wird. Davon abhängig sind die Kostenerstattungen bemessen, die von der Pflegekasse übernommen werden.

Die Pflegeheimkosten setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Pflege und Investitionskosten summieren sich dabei auf regional und lokal sehr unterschiedliche Summen. Spitzenreiter der Länder ist dabei Nordrhein-Westfalen. Die Kosten für das Pflegeheim betragen im Bundesdurchschnitt knapp 3.300 Euro pro Monat, berichtet das Finanzportal “bonnfinanz.de”.

(Quelle: http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/gesundheitswesen/id_46658720/pflegeheim-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen.html)

Je nach Pflegeheim und Pflegestufe fallen die Kosten unterschiedlich aus. Grundsätzlich können Sie mit Preisen zwischen 60 und 120 Euro pro Tag rechnen. In der Pflegestufe I übernimmt die Pflegekasse monatlich 1.023 Euro, in Pflegestufe II 1.279 Euro, in Pflegestufe III 1.550 Euro und in Härtefällen bis zu 1.918 Euro gewährt.

Der Eigenanteil ist ebenfalls abhängig von abhängig von Pflegestufe und der einzelnen Unterbringung ab. Schätzungen für den Eigenanteil liegen zwischen ca. 950 Euro und 2.450 Euro (http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/gesundheitswesen/id_46658720/pflegeheim-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen.html)

Quellen:

http://www.curendo.de/pflegekosten/heimkosten/pflegeheimkosten-wer-zahlt-was.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/kosten-fuer-das-pflegeheim-was-der-staat-den-kindern-nehmen-darf/8608758.html

http://www.t-online.de/ratgeber/gesundheit/gesundheitswesen/id_46658720/pflegeheim-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen.html

 

Herausforderung Pflegekosten: wer soll die Heimpflege eigentlich bezahlen?

Geht man von Zahlen des Jahres 2011 aus, so lebten ca. 786 000 Pflegebedürftige in deutschen Pflegeheimen. Die Tendenz ist stark steigend, vom Pflegenotstand ist die Rede, denn die Zahl der einheimischen Pflegekräfte hält nicht mit, was den Pflegestandard seit geraumer Zeit in die öffentliche Diskussion geraten ließ.

Zudem quält ein Thema die Betroffenen und ihre Angehörigen schon jetzt massiv: wer soll die Heimpflege eigentlich bezahlen. 

Statistik_id196945_pflegekosten---kosten-eines-heimplatzes-nach-pflegestufe-2011

Die Kosten sind beträchtlich, schon bei Pflegestufe II ist ohne weiteres mit 3.000 Euro monatlich zu rechnen. Die Pflegeversicherung reicht dafür jedenfalls nicht aus. Renten und Pensionen müssen hinzugenommen werden, selbst dann wird es aber noch für viele kritisch.  Zuerst hilft das Sozialamt, kommt aber anschließend auf die Nachkommen zu, um sich die Zahlungen zurückzuholen.

Bei der Inanspruchnahme der Nachkommen ist deren Lebenssituation zu berücksichtigen. Das Zauberwort lautet „Leistungsfähigkeit“.

Müssen Kinder für die Pflege im Heim aufkommen?

Die Kindergeneration aber hat oft selbst noch Kinder, steht voll im Berufsleben und soll jetzt herangezogen werden? Zumindest das eigene Häuschen bleibt bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit (weitgehend) außen vor.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass das Eigenheim hierbei nicht direkt angerechnet wird. Allerdings wird ein sogenannter “Wohnvorteil“ auf das verfügbare Einkommen auf aufaddiert, ein wenig dem geldwerten Vorteil eines auch privat genutzten Firmenwagens ähnelnd.

Die Freibetragsgrenze beim Einkommen des Kindes liegt aktuell bei einem Sockelbetrag von 1600 Euro monatlich, der bei nur einem Verdiener und Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Kindern sich weiter erhöht. Steht Einkommen jenseits des Freibetrags zur Verfügung, so kann das Sozialamt darauf zur Finanzierung des Pflegeheims zugreifen. Ebenso kann Vermögen (Aktien z.B.) herangezogen werden. Hier können Kinder 5% des jährlichen Bruttoeinkommens für jedes Jahr eigener Berufstätigkeit als Freibetrag geltend machen.

Unberührt von all diesen Regelungen bleibt in jedem Fall ein pauschal unantastbarer Beitrag von 10.000 Euro.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/kosten-fuer-das-pflegeheim-was-der-staat-den-kindern-nehmen-darf/8608758.html

Probleme bei der Erstattung von Pflegekosten: Demenzkrankheiten (Alzheimer)

Ein großes Problem bei der Erstattung von Pflegekosten ist die Tatsache, dass einer der größten Geißeln der modernen Medizin unzureichend in der Pflegegesetzgebung berücksichtigt worden ist: die Demenz. 

Mit dem Begriff wird im der Umgangssprache meist chronische Vergesslichkeit assoziiert, tatsächlich aber ist damit viel mehr gemeint. Demenz umfasst mehrere Dutzend Einzelkrankheiten. Die weitaus prominenteste unter diesen Indikationen ist Alzheimer, welche auch mit fast 70% den bei weitem höchsten Anteil an der Demenz einnimmt.

 Weltweit leben vermutlich über 40 Millionen Menschen mit Symptomen der Demenz, in Deutschland sind es über. 1,4 Millionen (http://www.bmg.bund.de/pflege/demenz/zukunftswerkstatt-demenz.html) Die Krankheit ist noch nicht heilbar und kann nur mit Medikamenten verzögert werden.

Typische Ausfallerscheinungen bei einem Demenzkranken sind, folgt man Verlautbarungen der Experten, in der frühen Phase Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, anfangs schwer zu erkennen, da dies oftmals mit einer harmlosen Konzentrationsstörung verwechselt werden kann. Mit dem zunehmenden Verlust des Langzeitgedächtnisses tritt die Krankheit auch nach außen sichtbar hervor. Später kann auch der Abbau körperlicher Gesundheit zu den mentalen Ausfallerscheinungen hinzutreten.

Für die Pflege im Alltag wird nicht nur die Schwere der Krankheit zum Problem, sondern auch die erstaunliche Tatsache, dass es viele Demenzkranke gibt, die noch gar nicht als Pflegefall der Stufen 1-3 eingestuft sind. Für Demenzkranke, die aber nicht vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen in dieser Weise kategorisiert bzw. begutachtet wurden, kann lediglich – und auch dies noch nicht sehr lange – Pflegegeld beansprucht werden.

So erreichen Demenzkranke, die sich unter Anleitung noch selbst anziehen oder waschen können, aktuell keine Pflegestufe. Sie können aber seit 1.1.2013 das in der umgangssprachlich sogenannten Pflegestufe 0 das Pflegegeld von 120 Euro im Monat erhalten, die Abdeckung für Pflegesachleistungen liegt bei 225 Euro.

Quellen:

 

http://www.bmg.bund.de/pflege/demenz/zukunftswerkstatt-demenz.html

http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article112207871/Auch-ohne-Pflegestufe-gibt-es-Geld-vom-Staat.html

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.heim-in-muenchen-report-so-leben-demenzkranke.b53ab73a-d539-495e-8707-f1f04e30efd7.html

 

Pflegegeld und Sachleistungen für Demenzkranke in Deutschland

Das Bundesgesundheitsministerium hat im Januar 2014 erneut hervorgehoben, dass Pflegebedürftige selbst darüber entscheiden können und sollen, „wie und von wem sie gepflegt werden möchten.“ (Quelle: http://www.bmg.bund.de/pflege/leistungen/ambulante-pflege/pflegegeld.html)

Dies hat zur Folge,dass diese Personengruppe (die durch den MDK in eine der Pflegestufen eingeordnet worden sind) die Möglichkeit eröffnet wird, Sachleistungen oder auch Pflegegeld von der Pflegekasse in Anspruch zu bekommen, solange die Sicherstellung der häusliche Pflege selbst durch pflegende Angehörige gewährleistet ist. Alternativ kann dies auch durch „andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen“ sichergestellt werden. Auch die kombinierte Inanspruchnahme von Pflegegeld und Sachleistungen ist möglich.

Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass die Inanspruchnahme der Sachleistungen immer zu Lasten der Höhe des Pflegegeldes geht. Das bedeutet einfach, dass die Summe der Sachleistungen wie etwa die Bemühungen eines Ambulanten Pflegedienstes vom Pflegegeld abgezogen werden.

Pflegegeld und Sachleistungen werden nach dem vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellten Schweregrad der Pflegebedürftigkeit ausgezahlt. Das Pflegegeld ist gestaffelt von 235 Euro monatlich über 440 Euro bis hin zu 700 Euro im Monat in Pflegestufe III.

Wie steht es mit Pflegegeld und Sachleistungen für Demenzkranke?

Demente Personen und andere Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen – erhalten seit dem 1.1.2013 erstmals unabhängig von der Einstufung in die sogenanntePflegestufe 0 erstmals 120 Euro Pflegegeld und Pflegesachleistungen.

Dieses Geld gibt es aber nur auf Antrag. Demenzkranke ohne Pflegestufe müssen diesen bei der Pflegeversicherung einreichen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft daraufhin, ob eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt.

Das Pflegegeld für Demenzkranke mit Pflegestufenanerkennung liegt bei 305 Euro in Pflegestufe 1 und 525 Euro in Pflegestufe II.

Bei den Pflegesachleistungen sind ebenfalls Voraussetzungen zu erfüllen

Um Unterstützung bei der Pflege zu Hause zu erhalten, können Pflege- und Betreuungsbedürftige die Hilfen ambulanter Pflegedienste nutzen. Sind diese durch Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen zugelassen, können sie Leistungen der Grundpflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und der häuslichen Betreuung erbringen, deren Kosten innerhalb der geltenden gesetzlichen Höchstbeträge von der Pflegeversicherung übernommen werden.“

Quelle: http://www.bmg.bund.de/pflege/leistungen/ambulante-pflege/pflegesachleistungen.html

Ist dies der Fall kann je nach Jahre 2014 mit folgenden Beiträgen gerechnet werden, mit und ohne Beeinträchtigung durch Demenz.

BMG_Pflegeleistungen_Listen_3_2014

Pflegegeld und Sachleistungen für Demenzkranke

Das Bundesgesundheitsministerium hat im Januar 2014 erneut hervorgehoben, dass Pflegebedürftige selbst darüber entscheiden können und sollen, „wie und von wem sie gepflegt werden möchten.“ (http://www.bmg.bund.de/pflege/leistungen/ambulante-pflege/pflegegeld.html)

Dies hat zur Folge,dass diese Personengruppe (die durch den MDK in eine der Pflegestufen eingeordnet worden sind) die Möglichkeit eröffnet wird, Sachleistungen oder auch Pflegegeld von der Pflegekasse in Anspruch zu bekommen, solange die Sicherstellung der häusliche Pflege selbst durch pflegende Angehörige gewährleistet ist. Alternativ kann dies auch durch „andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen“ sichergestellt werden. Auch die kombinierte Inanspruchnahme von Pflegegeld und Sachleistungen ist möglich.

Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass die Inanspruchnahme der Sachleistungen immer zu Lasten der Höhe des Pflegegeldes geht. Das bedeutet einfach, dass die Summe der Sachleistungen wie etwa die Bemühungen eines Ambulanten Pflegedienstes vom Pflegegeld abgezogen werden.

Pflegegeld und Sachleistungen werden nach dem vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellten Schweregrad der Pflegebedürftigkeit ausgezahlt. Das Pflegegeld ist gestaffelt von 235 Euro monatlich über 440 Euro bis hin zu 700 Euro im Monat in Pflegestufe III.

Wie steht es mit Pflegegeld und Sachleistungen für Demenzkranke?

Demente Personen und andere Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen – erhalten seit dem 1.1.2013 erstmals unabhängig von der Einstufung in die sogenannte Pflegestufe 0 erstmals 120 Euro Pflegegeld und Pflegesachleistungen.

Dieses Geld gibt es aber nur auf Antrag. Demenzkranke ohne Pflegestufe müssen diesen bei der Pflegeversicherung einreichen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüft daraufhin, ob eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt.

Das Pflegegeld für Demenzkranke mit Pflegestufenanerkennung liegt bei 305 Euro in Pflegestufe 1 und 525 Euro in Pflegestufe II.

Bei den Pflegesachleistungen sind ebenfalls Voraussetzungen zu erfüllen

Um Unterstützung bei der Pflege zu Hause zu erhalten, können Pflege- und Betreuungsbedürftige die Hilfen ambulanter Pflegedienste nutzen. Sind diese durch Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen zugelassen, können sie Leistungen der Grundpflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und der häuslichen Betreuung erbringen, deren Kosten innerhalb der geltenden gesetzlichen Höchstbeträge von der Pflegeversicherung übernommen werden.“ 

QUELLE: http://www.bmg.bund.de/pflege/leistungen/ambulante-pflege/pflegesachleistungen.html

Ist dies der Fall kann je nach Jahre 2014 mit folgenden Beiträgen gerechnet werden, mit und ohne Beeinträchtigung durch Demenz.

 

4283d26c27

Spam entfernt

Fast 300 Spam-Kommentare entsorgt

Kosten für 24-Stunden-Pflege bei Einschaltung einer Vermittlungsagentur

Viele Angehörige von Pflegebedürftigen machen sich spätestens dann, wenn die eigenen Kräfte erschöpft sind, Gedanke darum, ob es zu dem eigenen aufopferungsvollen Einsatz realistische Alternativen gibt, die auch finanzierbar sind. 

Berücksichtigt man, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung niemals für eine vollständige Absicherung der Pflegerisiken ausreichen, ist jede Substitution der eigenen Arbeitskraft oftmals auch mit erheblichen Zusatzaufwendungen verbunden. 

Allerdings kommt es auch durchaus vor, dass privat Pflegende in Extremfällen sogar ihre Arbeitsstelle aufgeben müssen, um Angehörigen zur Seite zu stehen. In solchen Fällen kann es u.U. Allein schon finanziell Sinn machen, Pflegekräfte hinzuzuholen, um die eigene berufliche Entwicklung sicherzustellen.

Hauptmotivation wird aber wohl immer bleiben, qualifizierten Ersatz zu finden. 

Hier wird es aber hinsichtlich der Finanzierung abenteuerlich. Greift man in Deutschland auf einen deutschen Pflegedienst zurück, der eine 24-Stunden-Hilfe rund um die Uhr zur Verfügung stellt, so muss eine Familie dafür nach Auskunft des Pflege-Selbsthilfeverbands mit rund 14.600 Euro pro Monat (!) rechnen, was für über 99% aller in Frage kommenden Familien utopisch sein dürfte.

Wie viele Medien mittlerweile erkannt haben und in der Öffentlichkeit zunehmend ins Bewusstsein rückt, sind hier Altenpflegekräfte aus Polen die Wahl der Not.

Viele Familien, die vor diese Alternative gestellt werden, stellen sich allerdings sofort die Frage, ob eine 24-Stunden-Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte überhaupt legal ist. 

Tatsache ist, dass es darauf keine eindeutige Antwort gibt. 

Nach EU-Recht ist zweifelsfrei die Beschäftigung von EU-Bürgern zulässig (Dienstleistungsfreizügigkeit) . Dann muss aber die pflegende Familie entweder als Arbeitgeber mit allen damit verbundenen Pflichten für die angestellte Pflegekraft fungieren. Oder aber es wird die Option ergriffen, das sogenannte Entsendemodell zu nutzen. In diesem Fall wird die Pflegekraft im EU-Heimatland angestellt und sozialversichert.

Das Unternehmen (aus Tschechien oder Polen oder einem anderen EU-Land) schickt seine Angestellten dann mit einer speziellen Legitimation nach Deutschland. (A1-Formular).  Dort werden sie über eine deutsche Vermittlungsagentur interessierten Familien angeboten. Die Agentur übernimmt dann Abwicklung und Organisation der Tätigkeit. Hier ist darauf zu achten, dass die Kommunikation mit der Vermittlungsagentur sehr detailliert und dauerhaft vor sich gehen kann. Auch auf Transparenz und Glaubwürdigkeit des Angebots ist zu achten. Kosten von 1500 -2000 Euro pro Monat sind durchaus seriös, Preise unter 1200 Euro sind schon kritisch zu sehen.

Betroffene sollten also aufpassen nicht an eines der schwarzen Schafe der Branche zu geraten.

 

1. Deutscher Pflegetag in Berlin, 3. Tag

Der dritte Tag des 1. Deutschen Pflegetags in Berlin behandelte weitere interessante, wenngleich nicht unbedingt sexy zu nennende Themen. Erwartet aber auch niemand. Auffälliger Weise wurden dem internationalen Vergleich eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen gewidmet.

Die durchweg nordeuropäischen Vergleichsländer wurden für Fragen nach der Arbeitsfähigkeit in der Pflege, der Bedeutung von Pflegegewerkschaften und die Professionalisierung des Pflegeberufs als Ganzes herangezogen.

 R. Ballnus aus Stockholm referierte schließlich über eine interprofessionelle Ausbildungsstation in Schweden, bei der Studierende der Pflege, Medizin, Physiotherapie und Ergotherapie aufeinander treffen mit der wegweisenden Frage, ob dies auch ein Modell für Deutschland bieten könnte.

Parallel konnten sich die Teilnehmer ausführlich dem Thema Patientensicherheit und Patientenrechte widmen.

Weitere Diskussionen drehten sich um das große Thema Pflegenotstand bzw. Personalmangel und neue Wege in der Pflegeausbildung.

Finanzierung und Kompetenzevaluierung bildeten einen weiteren Fokus des abschließenden Konferenztages.

Möglichkeiten und Grenzen der Einrichtung von Pflegekammern konnten am Nachmittag diskutiert werden. Alternativ war der Tagesordnungspunkt „Stationsleitung“ zum Besuch angeboten. Auch die unvermeidliche Konfrontation von Mensch und Maschine bei der Erbringung von Pflegeleistungen stand nachmittags auf der Agenda. Ferner wurde das überwölbende Thema der Entlastung Pflegender behandelt.

Workshops am Vormittag u.a.zur Mitarbeitermotivation und Umgang mit aggressiven Patienten rundeten das Konferenzangebot ab. Das komplett Programm kann hier heruntergeladen werden.

 

QUELLE:  http://www.deutscher-pflegetag.de/fileadmin/documents/Kongressprogramm%20Deutscher%20Pflegetag%202014.pdf

Unten finden Sie einen kurzen Überblick.

pflegetag-3

Volles Programm beim Deutschen Pflegetag: Pflegepolitik, Arbeiten in der Pflege und mehr

Laut Statistischem Bundesamt haben die Kliniken seit Einführung des Fallpauschalensystems 1996 rund 50.000 Arbeitsplätze für Pfleger und Schwestern abgebaut. Wenn jetzt Alarm geschlagen wird, ist das sicherlich nicht zu früh. Ob jetzt, wie spekuliert wird, Krankenhäuser für eine bessere Ausstattung mit Pflegekräften staatliche Zuschüsse bekommen werden, steht in den Sternen.

QUELLE: http://www.dtoday.de/startseite/politik_artikel,-Regierung-will-gegen-Pflegepersonalmangel-vorgehen-_arid,319027.html 

Dass Pflege immer konkrete Beziehungen von Menschen bedeutet, die leider immer weniger gut gelebt werden können, da die „Minutenpflege“ überhand genommen hat, wurde am 2. Tag des Berliner Pflegetags vermutlich deutlicher.

Der zweite Tag beim 1. Deutschen Pflegetag hatte einen prall gefüllten Terminkalender vorzuweisen. Waren am ersten Tag viele Themen und Vorträge noch von eher übergreifendem Charakter und auch allgemeinpolitischer Natur, so wies die Agenda für den Freitag, 24. Januar 2014, eine gehörige Vielfalt von Themen aus dem Bereich der Pflege in Deutschland auf.. 

Die Schwerpunkte der Agenda lagen dabei durchaus im Praxisalltag. Themen wie „Neues von den Stationsoptimierern – Lösungen für die täglichen Konflikte“, „Demas – webbasiertes Schulungsprogramm für pflegende Angehörige von Demenzkranken“ oder „Thrombose-Update“ sind natürlich weit weniger für Fensterreden und politische Trommelwirbel geeignet als tönende Worte zur „Reform des Pflegebegriffs“.

Die komplette Agenda des Pflegetags können Sie hier herunterladen: http://www.deutscher-pflegetag.de/fileadmin/documents/Kongressprogramm%20Deutscher%20Pflegetag%202014.pdf 

Hier eine gekürzte Übersicht zu Tag 2:

pflegetag-2

Pflegetag und harte Zahlen: ohne ausländische Pflegekräfte geht nichts mehr

Das der aktuellen Diskussion um Pflegeleistungen, fehlende Fachkräfte, Unterfinanzierung und Überbelastung von Angehörigen zugrundeliegende Problem bleibt die demografische Entwicklung. Die Schere zwischen Zahl an Pflegebedürftigen und zur Verfügung stehenden Pflegekräften ist aktenkundig. Ohne ausländische, etwa philippinische oder polnische Pflegekräfte ginge schon jetzt gar nichts mehr. 

In Deutschland sind heute rund vier Millionen oder fünf Prozent der Bevölkerung älter als 80 Jahre.

Dieser Bevölkerungsteil wird bis zum Jahr 2050 laut statistischem Bundesamt eine Zahl von 10 Millionen erreichen. Da parallel dazu die Gesamtbevölkerung vermutlich auf bis zu 70 Millionen sinken wird, wird der Anteil der Pflegebedürftigen auf bis zu 15 Prozent klettern. Das Bundesamt für Statistik rechnet mit bis zu 4, Millionen Pflegefällen im Jahre 2050.

Es ist darauf aufmerksam gemacht worden (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-01/29222927-neue-westfaelische-bielefeld-kommentar-pflegetag-nur-taten-zaehlen-peter-stuckhard-007.htm), dass der Anteil des Bruttoinlandsprodukts, der für den Bereich Pflege ausgegeben wird, in Deutschland, verglichen mit anderen Industrieländern (etwa Schweden) erschreckend niedrig und die Deckungslücke zwischen Versicherungsleistung und Gesamtkosten im Einzelfall vergleichsweise hoch ist. Hier gibt es viel zu tun.

Um eine Höherbewertung, staatliche Förderung aber auch bzw. erhebliche Ausweitung privater Zusatzversicherungsleistungen wird man sicherlich nicht herumkommen.

Dass eine staatliche Absicherung des Pflegerisikos vor dem Hintergrund der offiziellen Zahlen komplett erfolgen kann, erscheint angesichts der damit verbundenen Notwendigkeit einer dramatischen Anhebung des Pflegebeitragssatzes im Jahre 2014 völlig illusorisch.

Pflegetag erkennt dramatische Defizite – Arbeitgeberverband Pflege für ausländische Pflegekräfte

In weniger als 15 Jahren Jahrzehnten wird die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 1 Million auf 3,5 Millionen Menschen geklettert sein. Während im Hintergrund die Entwicklung voranschreitet, bemühen sich im politischen Vordergrund die Verantwortlichen um Schadensbegrenzung . Auf dem 1. Deutschen Pflegetag, der vom 23.-25. Januar in Berlin stattfand, wurden teilweise dramatische Appelle gestartet, so auch vom Präsidenten des Deutschen Pflegerates, Westerfellhaus.

QUELLE: http://www.focus.de/politik/deutschland/gesundheit-groehe-eroeffnet-deutschen-pflegetag_id_3563037.html 

Die Pflege-Ausbildung soll daher nach dem Willen der Bundesregierung, wie Bundesminister Gröhe erläuterte reformiert werden und kostenlos sein.

Die Stärkung der pflegenden Angehörigen und die Notwendigkeit von weit mehr Fachkräften wurde auf dem Pflegetag allgemein als Desiderat erkannt. Dass pflegende Angehörige großen Belastungen ausgesetzt sind und dabei oft zu wenig Hilfe in Anspruch nehmen, fand im Jahr 2011 die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK in einer Studie heraus. Demnach zeigt sich, dass „Menschen, die Familienmitglieder pflegen, öfter krank sind und mehr Medikamente einnehmen“. Dies gilt besonders bei Pflege eines demenzkranken Menschen.

Der Arbeitgeberverband Pflege plädierte unterdessen in Frankfurt für noch mehr Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten. Der eklatante Fachkräftemangel soll u.U. bis Ende des Jahres durch die Anwerbung von 150 chinesischen Pfleger für deutsche Pflegeheime etwas gemildert werden. 

1. Deutscher Pflegetag: Pflegebeitragssatz hoch? Verbesserungen der Pflegeberufe?

Am ersten Tag des Deutschen Pflegetags hob Bundesgesundheitsminister Gröhe die Kooperationsbereitschaft der Politik hervor. Gröhe vertrat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) , die aufgrund einer Beckenverletzung ihre angekündigte Teilnahme absagen musste. Der Minister vertrat die erst jüngst von der Großen Koalition vereinbarte Pflegereform, mit der „sowohl ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff umgesetzt als auch dem System etwa sechs Milliarden Euro mehr zugeführt werden sollen.“(http://www.aerzteblatt.de/archiv/153474/1-Deutscher-Pflegetag-Aufbruchstimmung). Diese Summe soll dann für kurzfristigen Verbesserungen, die Bildung von Kapitalreserven und die Umsetzung des neuen Pflegebegriffs verwendet werden.

Schon am 1. 1. 2015 wolle die Bundesregierung Leistungsverbesserungen in Kraft treten lassen, versprach der Minister im rbb-Inforadio (http://www.focus.de/politik/deutschland/gesundheit-groehe-eroeffnet-deutschen-pflegetag_id_3563037.html), um dann auf den dann folgenden großen Reformschritt mit einer kompletten Neudefinition des Pflegebegriffs zu verweisen. Hier spielt der Einbezug der wachsenden Zahl an Demenzkranken eine große Rolle. Als Resultat der skizzierten Bemühungen erwartet Gröhe eine Steigerung des Leistungsvolumens um ein Fünftel.

Fragt sich natürlich, wer das alles bezahlen soll. Aber auch hier sind die Claims schon abgesteckt. Der Pflegebeitragssatz von 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,3 Prozent) soll in zwei Stufen um insgesamt 0,5 Prozent steigen.

Gröhe nahm das Kooperationsangebot des Präsidenten des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, gerne an und hob dabei die Notwendigkeit des Inputs der Pflegebranche hervor. Er versprach, seine persönliche Kraft in der kommenden Legislaturperiode für Verbesserungen der Pflegeberufe zu nutzen.