Einteilung der Ambulanten Pflege

Ambulante Pflegeleistungen werden im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen von Wohlfahrtsverbänden oder Pflegediensten mit privater Trägerschaft übernommen. Die ambulanten Pflegedienste sind dabei durch das Pflegequalitätssicherungsgesetz zu hohen Standards verpflichtet, deren Einhaltung von den Pflegekassen kontrolliert wird. Auf diese Weise sollen die Rechte der Pflegebedürftigen gewahrt und eine angemessene Betreuung gewährleistet werden.

Von Fall zu Fall unterscheiden sich die durchzuführenden Pflegemaßnahmen, sie alle aber sollen zu einem gemeinsamen Ziel führen: Die Wiedererlangung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen, oder – falls dies in vollem Umfang nicht möglich ist – die Erhaltung verbliebener Lebensqualität.

Seriöse Pflegedienste erkennt man unter anderem daran, dass sie sich vorab viel Zeit für eine detaillierte Pflegeplanung nehmen. Unter Einbezug aller potentiellen Einflussfaktoren wird die individuelle Situation jedes einzelnen Patienten erfasst und dementsprechende Pflegemaßnahmen abgeleitet. Sollte sich im Laufe des Pflegeprozesses etwas an der Situation des Pflegebedürftigen ändern, wird die Pflegeplanung flexibel an die neuen Umstände angepasst.

Der erste Schritt der Pflegeplanung ist unter der Bezeichnung „Anamnese“ auch dem Laien bekannt. Es werden sämtliche pflegerisch relevanten Daten erhoben. Dabei bedient man sich in der ambulanten Pflege verschiedener Informationsquellen: Neben den Ärzten und anderen, gegebenenfalls an der bisherigen Versorgung beteiligter Personen wie Krankenhauspersonal oder auch Angehörige wird auch der Pflegebedürftige nach seinen Vorstellungen, Wünschen und Einschätzungen der eigenen Situation befragt. Die auf diese Weise gewonnenen Auskünfte werden schließlich analysiert, um Schlussfolgerungen bezüglich der vorhandenen Ressourcen des Betroffenen ziehen und potentielle Problematiken im Pflegeprozess frühzeitig erkennen zu können. Art und Umfang der zu erbringenden pflegerischen Leistungen werden festgestellt und konkrete Pflegeziele festgelegt. Diese Ziele sollten im Sinne der Qualitätssicherung eindeutig formuliert und messbar sein sowie für alle an der Pflege beteiligten Personen leicht verständlich.

Auf Basis der vorausgegangenen Überlegungen wird schließlich die ambulante Krankenpflege begonnen, wobei kontinuierlich überprüft wird, ob die anfängliche Pflegeplanung angemessen und der Zielsetzung förderlich ist. Sie wird gegebenenfalls an aktuelle Entwicklungen angepasst.

Handelt es sich bei dem vorliegenden Pflegefall um einen vorübergehenden ambulanten Einsatz, werden nach Abschluss des Pflegeprozesses die erbrachten Leistungen beurteilt. Die Pflege ist dann beendet, wenn die festgelegten Ziele zufriedenstellend erreicht wurden; sollte dies nicht der Fall sein gilt es, die Pflegeplanung entsprechend neu auszurichten.

Je nach Pflegebedürftigkeit unterscheidet man unterschiedliche Arten von ambulanter Pflege. So gibt es etwa die häusliche Nachsorge nach operativen Eingriffen, die eine längere Regenerationsphase nach sich ziehen. Sowohl bei ambulanten Operationen als auch nach längeren stationären Klinikaufenthalten ist es nach Möglichkeit sinnvoll, die Nachsorge mit Unterstützung von Pflegepersonal bereits im Vorfeld zu planen und somit einer Versorgungslücke nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus vorzubeugen.

Ein weiterer Einsatzbereich ambulanter Pflege ist die Altenpflege, die besonders in Kombination mit fortschreitenden Krankheiten oder Demenz eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt, wenn Angehörige sie ohne professionelle Unterstützung auf sich nehmen. Manchmal sind Übergänge zur Kranken- bzw. Schwerkrankenpflege und Sterbebegleitung gegeben. Der Bereich der ambulanten Pflege kann also von kleinen Hilfen bei Aufgaben des täglichen Lebens bis hin zu einer 24-Stunden-Versorgung mit Medikamentengabe reichen.

Wer sich für ambulante Pflege und gegen einen teil- oder vollstationären Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung entscheidet, wird nach Feststellung einer von drei Pflegestufen durch die Pflegekasse finanziell unterstützt. Der Betrag, der je nach Schweregrad der Einschränkung variiert, steht dem Pflegebedürftigen zu seiner freien Verfügung und kann als Anerkennung für die Pflege durch einen Angehörigen oder ehrenamtlich Tätigen ebenso verwendet werden wie für professionelles Pflegepersonal.

 

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