Herausforderung Pflegekosten: wer soll die Heimpflege eigentlich bezahlen?

Geht man von Zahlen des Jahres 2011 aus, so lebten ca. 786 000 Pflegebedürftige in deutschen Pflegeheimen. Die Tendenz ist stark steigend, vom Pflegenotstand ist die Rede, denn die Zahl der einheimischen Pflegekräfte hält nicht mit, was den Pflegestandard seit geraumer Zeit in die öffentliche Diskussion geraten ließ.

Zudem quält ein Thema die Betroffenen und ihre Angehörigen schon jetzt massiv: wer soll die Heimpflege eigentlich bezahlen. 

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Die Kosten sind beträchtlich, schon bei Pflegestufe II ist ohne weiteres mit 3.000 Euro monatlich zu rechnen. Die Pflegeversicherung reicht dafür jedenfalls nicht aus. Renten und Pensionen müssen hinzugenommen werden, selbst dann wird es aber noch für viele kritisch.  Zuerst hilft das Sozialamt, kommt aber anschließend auf die Nachkommen zu, um sich die Zahlungen zurückzuholen.

Bei der Inanspruchnahme der Nachkommen ist deren Lebenssituation zu berücksichtigen. Das Zauberwort lautet „Leistungsfähigkeit“.

Müssen Kinder für die Pflege im Heim aufkommen?

Die Kindergeneration aber hat oft selbst noch Kinder, steht voll im Berufsleben und soll jetzt herangezogen werden? Zumindest das eigene Häuschen bleibt bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit (weitgehend) außen vor.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass das Eigenheim hierbei nicht direkt angerechnet wird. Allerdings wird ein sogenannter “Wohnvorteil“ auf das verfügbare Einkommen auf aufaddiert, ein wenig dem geldwerten Vorteil eines auch privat genutzten Firmenwagens ähnelnd.

Die Freibetragsgrenze beim Einkommen des Kindes liegt aktuell bei einem Sockelbetrag von 1600 Euro monatlich, der bei nur einem Verdiener und Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Kindern sich weiter erhöht. Steht Einkommen jenseits des Freibetrags zur Verfügung, so kann das Sozialamt darauf zur Finanzierung des Pflegeheims zugreifen. Ebenso kann Vermögen (Aktien z.B.) herangezogen werden. Hier können Kinder 5% des jährlichen Bruttoeinkommens für jedes Jahr eigener Berufstätigkeit als Freibetrag geltend machen.

Unberührt von all diesen Regelungen bleibt in jedem Fall ein pauschal unantastbarer Beitrag von 10.000 Euro.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/kosten-fuer-das-pflegeheim-was-der-staat-den-kindern-nehmen-darf/8608758.html

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