Interview mit Bundesgesundheitsminister Gröhe in der FAZ über Pflegereform und den neuen Pflegebegriff

Bundesgesundheitsminister Gröhe (CDU) hat im Kontext der nunmehr bevorstehenden Reform des Pflegerechts eine neue Bestimmung des Pflegebegriffs und dessen Umsetzung bis 2017 angekündigt. Nach wie vor sei die Familie der Pflegedienst Nummer eins. Deshalb wolle er die Unterstützung für pflegende Angehörige deutlich erweitern.

Nicht immer sei die Pflege durch Angehörige realistisch, so Gröhe, wie ja auch die Zahlen der letzten Jahre beweisen. In der Frage der fachlichen und persönlichen Qualitäten ambulanter Pflegekräfte sieht Gröhe keine nationalen Einschränkungen. Ein Veränderung des Pflegebegriffs würde u.a. bedeuten, eine Bestandsaufnahme der individuellen Pflegebedürftigkeit zu gewährleisten und nicht, wie in der Vergangenheit, den Schwerpunkt auf die körperlichen Einschränkungen eines Menschen zu legen.

Damit kommen auch die geistigen und psychischen Beeinträchtigungen von Pflegebedürftigen nachhaltig in die Diskussion. Hintergrund dieser Neuausrichtung dürfte mit Sicherheit der dramatische Anstieg der Demenzerkrankungen sein, der in einen ersten gesetzgeberischen Schritt zu erstmaligen. wenngleich bescheidenen Leistungen für diese Gruppe im Rahmen der Pflegeversicherung 2013 mündete.

Ferner betonte der Minister, es gehe auch darum, im gesamten Pflegeprozess nicht nur die Einschränkungen ins Auge zu fassen, sondern auch die Möglichkeiten persönlicher Autonomie herauszufinden, die dem Pflegebedürftigen noch verbleiben.

QUELLE: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/groehe-ueber-pflegereform-der-wichtigste-pflegedienst-ist-die-familie-12881440-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

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