Ist die Pflege in Deutschland bezahlbar ?

Es ist eine Binsenwahrheit, dass immer mehr Menschen im Alter Pflege benötigen. Ist Pflege aber auch bezahlbar? Nach vielen Diskussionen der letzten Jahre in den Medien bleibt festzuhalten, dass die Gefahr leider nicht von der Hand zu weisen ist. Die Frage, ob hier staatlicherseits überhaupt gegengesteuert werden kann, steht auf einem anderen Blatt.

So werden Berechnungen zufolge, welche die Bundesregierung 2012 auf ihrer Website veröffentlichte, im Bereich der Demenz bis 2030 dramatische Zuwächse der Krankheitsfälle zu beobachten sein. 

 Die Zahl der Demenzkranken würde demnach bis 2030 auf 1,7 Millionen steigen. Die Frage ist dann ja auch, wer das alles bezahlen soll. Die Antwort der Bundesregierung war die Einführung staatlicher Förderung privater Pflegevorsorge ab dem sich mittlerweile dem Ende zuneigenden Jahre 2013.

Die für den Betreuungsfall angenommenen und von der Bundesregierung referenzierten Kosten sind erheblich und verschlagen einem fast den Atem: so wird für das Jahr 2012 von durchschnittlichen Pflegeheimkosten in Baden–Württemberg bei der Pflegestufe III von sage und schreibe 3.485 Euro ausgegangen. Wird ein solcher Fall anerkannt, würden zwar 1.550 Euro durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgefangen, doch verbliebe in einem solchen Fall eine Deckungslücke von 1.935 Euro.

Das entsprechende Gesetz zur Förderung der privaten Pflegevorsorge wurde am 29. Juni 2012 beschlossen und ist seit dem 1.Januar 2013 in Kraft. Allerdings beträgt die staatliche Zulage nur 60 Euro jährlich und ist somit nicht geeignet, das Problem nachhaltig zu lösen. Außerdem erhält der Versicherte die 60 Euro Zulage erst auf Antrag, frühestens fünf Jahre nach Abschluss des Vertrages. Dies geschieht direkt bei der privaten Pflege-Zusatzversicherung, nicht bei einer staatlichen oder kommunalen Stelle.

Gefördert werden nur Pflegeversicherungen mit einem Mindestmonatsbeitrag von 10 Euro, die im Pflegefall eine Geldleistung bieten, die dem sogenannten Pflege-Tagegeld entspricht, ein Betrag, der pro Pflegetag ausgezahlt wird. Dieser Bestandteil soll helfen, die Entscheidungsfreiheit über die Form der Pflege zu erhalten. Somit bleibt auch private Pflege möglich. Sollte der Versicherte in die Situation eines Pflegefalls Stufe 3 geraten, so muss die private Pflegeversicherung zudem mindestens 600 Euro im Monat auszahlen. Auch bestehende Pflege-Zusatzversicherungen sind unter bestimmten Bedingungen förderungswürdig.

Somit wird es zweifellos auch in der Zukunft wichtig bleiben, alternativ zu einer kostenaufwändigen Pflegeheimeinweisung über Wege privater Pflege nachzudenken, die noch realistisch finanzierbar sind. In diesem Zusammenhang kann man es nur begrüßen, dass Pflegeheime ab 1. Januar 2014 verpflichtet sind, die Pflegekassen über ihr Angebot an ärztlicher, fachärztlicher und zahnärztlicher Versorgung in Kenntnis zu setzen. Die Pflegekassen sind ihrerseits verpflichtet, die Informationen zu publizieren.

QUELLEN:

http://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2012/08/2012-08-07-pflegezusatzversicherung.html;jsessionid=8BE260D7C70416CE73B8788CA16632A0.s3t1

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/ArtikelNeuregelungen/2013/2013-12-19-neuregelungen-januar-2014.html?nn=391850#doc829008bodyText2

One Response to “Ist die Pflege in Deutschland bezahlbar ?”

  1. Die Pflege ist auf langfristig auf jeden Fall nicht bezahlbar. Entweder es müssen Kosten der Krankenkasse und Pflegekasse durch Pflegekräfte aus dem Ausland gesenkt werden oder der Standard geht runter.

Leave a Response