Konsequenzen der Pflegekräftemangel-Statistik

2009, 2010, 2011, 2012 und jetzt auch 2013: man weiß es, doch die Konsequenzen der Pflegekräftemangel-Statistik scheinen noch immer nicht in allen Köpfen angekommen zu sein: Ende 2011 waren, laut Statistischem Bundesamt, rund 952.000 Personen in der Altenpflege beschäftigt, davon rund 31 Prozent (291.000) bei ambulanten Pflegediensten und 69 Prozent (661.000) in Pflegeheimen. Hört sich gut an und das Bundesministerium für Gesundheit schreibt dazu recht optimistisch:

Vor allem durch die Einführung der Pflegeversicherung ist die Altenpflege zum Jobmotor geworden: So hat zwischen 1999 und 2011 die Zahl der bei ambulanten Pflegediensten Beschäftigten um rund 58 Prozent (plus 107.000) und die in Pflegeheimen Beschäftigten um rund 52 Prozent (plus 220.000) zugenommen. Aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der Zahl der Pflegebedürftigen wird auch der Bedarf an Pflegekräften in den kommenden Jahrzehnten weiter stark ansteigen. Hierfür gilt es Vorsorge zu treffen.“

http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegekraefte/pflegefachkraeftemangel.html

Alles gut, oder ?

Nein, es bleibt gerade der eklatante Pflegekräftemangel im Bereich der privaten Pflege hervorzuheben: wenn 2/3 der Pflegebedürftigen im privaten Umfeld betreut und gepflegt werden, gleichzeitig aber 69% der Pflegekräfte im stationären Heimpflegesektor beschäftigt sind und nur 31% bei ambulanten Pflegediensten, so liegt ein Defizit im häuslichen Umfeld auf der Hand. Es zeigt sich, dass – vermutlich aus finanziellen Gründen – auf den Einsatz professioneller Kräfte verzichtet wird und stattdessen nahestehende, aber eben nicht ausgebildete Angehörige in die Bresche springen müssen.

http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegekraefte/pflegefachkraeftemangel.html

Der vielerorts schon seit langem beklagte Pflegekräftemangel wurde im Mai 2013 durch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln für das Bundeswirtschaftsministerium erneut bekräftigt. Altenpflegekräfte sind demnach die am zweitstärksten gefragte Gruppe beruflich qualifizierter Fachkräfte. Die Studie (http://www.iwkoeln.de/de/studien/gutachten/beitrag/vera-demary-susanne-seyda-engpassanalyse-2013-112720) bestätigte den Mangel durch den Aufweis einer Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem relevanten Teilarbeitsmarkt.

Quellen: 

http://www.altenpflege-online.net/Infopool/Nachrichten/Pflegekraeftemangel-Nur-Kaeltetechniker-sind-gefragter

http://www.iwkoeln.de/de/studien/gutachten/beitrag/vera-demary-susanne-seyda-engpassanalyse-2013-112720

http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegekraefte/pflegefachkraeftemangel.html

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