Kosten für 24-Stunden-Pflege bei Einschaltung einer Vermittlungsagentur

Viele Angehörige von Pflegebedürftigen machen sich spätestens dann, wenn die eigenen Kräfte erschöpft sind, Gedanke darum, ob es zu dem eigenen aufopferungsvollen Einsatz realistische Alternativen gibt, die auch finanzierbar sind. 

Berücksichtigt man, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung niemals für eine vollständige Absicherung der Pflegerisiken ausreichen, ist jede Substitution der eigenen Arbeitskraft oftmals auch mit erheblichen Zusatzaufwendungen verbunden. 

Allerdings kommt es auch durchaus vor, dass privat Pflegende in Extremfällen sogar ihre Arbeitsstelle aufgeben müssen, um Angehörigen zur Seite zu stehen. In solchen Fällen kann es u.U. Allein schon finanziell Sinn machen, Pflegekräfte hinzuzuholen, um die eigene berufliche Entwicklung sicherzustellen.

Hauptmotivation wird aber wohl immer bleiben, qualifizierten Ersatz zu finden. 

Hier wird es aber hinsichtlich der Finanzierung abenteuerlich. Greift man in Deutschland auf einen deutschen Pflegedienst zurück, der eine 24-Stunden-Hilfe rund um die Uhr zur Verfügung stellt, so muss eine Familie dafür nach Auskunft des Pflege-Selbsthilfeverbands mit rund 14.600 Euro pro Monat (!) rechnen, was für über 99% aller in Frage kommenden Familien utopisch sein dürfte.

Wie viele Medien mittlerweile erkannt haben und in der Öffentlichkeit zunehmend ins Bewusstsein rückt, sind hier Altenpflegekräfte aus Polen die Wahl der Not.

Viele Familien, die vor diese Alternative gestellt werden, stellen sich allerdings sofort die Frage, ob eine 24-Stunden-Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte überhaupt legal ist. 

Tatsache ist, dass es darauf keine eindeutige Antwort gibt. 

Nach EU-Recht ist zweifelsfrei die Beschäftigung von EU-Bürgern zulässig (Dienstleistungsfreizügigkeit) . Dann muss aber die pflegende Familie entweder als Arbeitgeber mit allen damit verbundenen Pflichten für die angestellte Pflegekraft fungieren. Oder aber es wird die Option ergriffen, das sogenannte Entsendemodell zu nutzen. In diesem Fall wird die Pflegekraft im EU-Heimatland angestellt und sozialversichert.

Das Unternehmen (aus Tschechien oder Polen oder einem anderen EU-Land) schickt seine Angestellten dann mit einer speziellen Legitimation nach Deutschland. (A1-Formular).  Dort werden sie über eine deutsche Vermittlungsagentur interessierten Familien angeboten. Die Agentur übernimmt dann Abwicklung und Organisation der Tätigkeit. Hier ist darauf zu achten, dass die Kommunikation mit der Vermittlungsagentur sehr detailliert und dauerhaft vor sich gehen kann. Auch auf Transparenz und Glaubwürdigkeit des Angebots ist zu achten. Kosten von 1500 -2000 Euro pro Monat sind durchaus seriös, Preise unter 1200 Euro sind schon kritisch zu sehen.

Betroffene sollten also aufpassen nicht an eines der schwarzen Schafe der Branche zu geraten.

 

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