Pflege alter Menschen zuhause

Ein interessantes Interview zum Thema Pflege in Deutschland habe ich erst heute auf den Seiten der Bundesregierung gefunden. Es stammt vom 20. August 2013 und thematisiert den Pflegealltag, dort wo er noch durch private Pflege zuhause gekennzeichnet ist. Bei der Frage, ob ein pflegebedürftiger Angehöriger zu Hause gepflegt werden oder im Heim versorgt werden soll, halten es 2013 in Deutschland immer noch fast 70 Prozent mit der Betreuung der Pflegebedürftigen durch die eigenen, oftmals selsbst stark beruflich und familiär eingespannten Angehörigen.

Ayten Yilmaz und ihre pflegebedürftige Mutter waren Teil einer Kampagne des Bundespresseamtes. Die alleinerziehende Mutter Ayten Yilmaz ist Mitte Dreißig und pflegt ihre Eltern, die in der Türkei geboren, seit mehr als 30 Jahren in Deutschland leben.

Das Interview des Bundespressamts enthält u.a. folgende Fragen und Antworten:

Woher beschaffe ich mir das nötige Wissen für eine private Pflege?

Wie kann ich das Ganze organisieren?

Welche Bedeutung haben private Netzwerke?

Gibt es Belastungsgrenzen, wie sehen diese aus?

Außerdem berücksichtigt das Interview den kulturellen Hintergrund der Familie und die Besonderheit der Muttersprche in der Pflege.

Als bedeutsamer Antwort von Ayten Yilmaz bleibt in Erinnerung, was sie zur Frage von Sabine Kahn-Juchem, wie sich Frau Yilmaz denn selbst vor körperlicher und seelischer Überforderung schützen würde, sagt:

>>Yilmaz: Ich muss mich immer wieder fragen: Wie viel traue ich mir zu? Zu wie viel bin ich in der Lage? Wenn man die eigenen Grenzen nicht erkennt, wird man schnell aggressiv. Ist der Pflegende überfordert, spürt das der andere. Meine Mutter würde es merken, wenn es mir nicht gut ginge. Wenn ich mein Kind oder mich selbst vernachlässigen würde. Ich möchte durch Pflege nicht selbst pflegebedürftig werden. Niemand sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich Hilfe von außen holt.>>

Das ganze Interview finden Sie unter

http://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Interview/2013/08/2013-08-19-Ayten-Yilmaz.html

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