Pflege im Alter

Mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, der Pflege zu bedürfen. Von den 1.426.705 Pflegegeldempfängern im Jahr 2011 bildete die Altersgruppe 70+ den größten Anteil. Verschiedene Punkte gilt es zu beachten, wenn Pflegebedarf eintritt: Kann eine Pflegestufe festgestellt werden? Gibt es neben Leistungen durch die Pflegekasse auch die Möglichkeit, von der Krankenversicherung unterstützt zu werden? Wie viel meines zusätzlichen Bedarfs decken die Versicherungsleistungen? Und welche Form der Pflege ist im vorliegenden Fall die beste Lösung?
Zunächst sei angeraten, durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) die Pflegestufe feststellen zu lassen. Dabei kann erhebliche, schwere oder schwerste Pflegebedürftigkeit festgestellt werden. Der Grund für die Pflegebedürftigkeit – also Krankheit, Alter, beides kombiniert, Unfall usw. – spielt bei dieser Einstufung keine Rolle, es gilt lediglich festzustellen, wie oft wie viel Zeit pro Tag zusätzliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss, um alltägliche Aufgaben zu verrichten. Zusätzlich wird die Alltagskompetenz festgestellt. In besonders schweren Fällen, die über die Kriterien der Pflegestufe III hinaus gehen, kann außerdem ein Härtefallantrag gestellt werden. Bei Bewilligung sind zusätzliche Sonderzahlungen und erweiterte Leistungen möglich. In jedem Fall muss aber damit gerechnet werden, dass das Pflegegeld nicht sämtliche Kosten abdeckt, die die Pflegebedürftigkeit verursacht. Daher sollte bei krankheitsbedingter Pflege zusätzlich geprüft werden, ob die Krankenkasse einen Teil übernimmt.
Der finanzielle Aspekt spielt häufig auch bei der Wahl der Pflegeform eine Rolle. Gleichzeitig aber ist natürlich den persönlichen Wünschen des Betroffenen nach Möglichkeit nachzukommen, der häufig ambulant in seiner vertrauten Wohnumgebung betreut werden möchte. Sind keinerlei Angehörige in der Nähe, ist es allerdings schwierig, den Umzug in eine Einrichtung zur vollstationären Pflege bzw. bei weniger gravierenden Fällen eine teilstationäre Versorgung zu vermeiden.
Unabhängig vom Kontext, in dem sie zur Anwendung kommt, liegt das Ziel der Altenpflege in Aufbau und Erhalt der Lebensqualität des Betroffenen. Fallspezifisch unterscheidet sich das Maß, in dem psychische, physische und soziale Fähigkeiten noch vorhanden sind. Dementsprechend kann die Pflege im Alter von der Erledigung hauswirtschaftlicher Aufgaben über Unterstützung bei der Verrichtung der Grundpflege bis zu medizinischer Versorgung und Intensivpflege reichen. Für die Pflegeplanung, in der die im konkreten Fall notwendigen Maßnahmen festgelegt werden, sollte daher nicht über den Kopf des Betroffenen hinweg von Angehörigen entschieden werden. Sie sollten lediglich, ebenso wie behandelnde Ärzte, miteinbezogen werden, während das Selbstbestimmungsrecht des Pflegebedürftigen empfindlichst respektiert werden sollte, solange dies möglich ist. Schließlich bedeutet Pflegebedürftigkeit immer, ein Stück der Autonomie aufzugeben, was für keinen Menschen einfach ist.
Damit einher geht auch, dass der Verbleib im eigenen Zuhause offensichtlich der angenehmste Weg ist. Bei Vergabe einer niedrigen Pflegestufe ist dies glücklicherweise auch oft realisierbar, wenn Angehörige existieren, die dazu bereit sind. Zusätzlich kann auf die Unterstützung durch Haushaltshilfen, Nachbarn oder ehrenamtlich Tätige zurückgegriffen werden. Die medizinische Versorgung bei der ambulanten Altenpflege wird durch regelmäßige Besuche eines fachkundigen Pflegdienstmitarbeiters gewährleistet.
Eine Alternative dazu bietet die teilstationäre Betreuung. In speziell für die Altenpflege zugelassenen Pflege- und Seniorenheimen kümmert sich das Pflegepersonal täglich zu festgelegten Zeiten um die Pflegebedürftigen. Beispielsweise bietet sich eine Betreuung von morgens bis zum frühen Abend werktags an, wenn Familienmitglieder berufstätig sind, die sich aber abends um am Wochenende ausreichend kümmern können.

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