Pflegereform und Pflegekosten: Pflegeexperte Ralf Suhr von tagesschau.de interviewt.

 

Neben vielen anderen kritischen Stimmen von Politikern, Verbandslobbyisten, Gewerkschaftern und Betroffenen zur gesetzgeberischen Initiative der Großen Koalition hat nun auch ein renommierter Pflegeexperte, der Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege in Berlin, Ralf Suhr in einem Interview mit der Tagesschau, Stellung zu den aktuellen Entwicklungen genommen.

Mit der ersten Stufe der Reform stehen ab Januar 2015 knapp 2,5 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung , die nach Gesundheitsminister Gröhe v.a. so eingesetzt werden sollen, dass in Familien und die Pflegebedürftigen in den Familien flexibler, der Situation passend unterstützt werden. Das dies nicht ausreicht, wird auch nicht von Ministerseite bestritten. Erst 2017 soll, u.a. mit einer besseren Versorgung von Demenzkranken und einem neuen Pflegesystem, das die derzeitigen drei Pflegestufen ablösen soll, der große Sprung gelingen.

Suhr zeigte sich in dem Interview mit tagesschau.de verhalten optimistisch. Er lobte, dass die Reform tatsächlich echte Leistungsverbesserungen bringe. Auch wenn, wie von vielen gefordert, die Leistungen der Pflegeversicherung nicht dynamisiert worden sind, sei mit der Erhöhung der Leistungen um bis zu vier Prozent dem fortschreitenden Kaufkraftverlust entgegengewirkt worden.

Auch die Flexibilisierung der Leistungen wird von Suhr positiv gesehen, da damit den individuellen Bedürfnissen der Menschen besser Rechnung getragen werden kann, etwa bei der Handhabung der Nutzung von Entlastungsleistungen durch pflegende Angehörige.

Auch die bessere Berücksichtigung bisher vernachlässigter Personengruppen wie etwa der Demenzkranken , die in der aktuellen Erprobung von Elementen eines neuen Pflegebegriffs getestet werde, erfährt Suhrs Unterstützung.

Ferner sprach sich Suhr sowohl für eine Attraktivitätsoffensive für den Pflegeberuf als auch für eine Stärkung des Ehrenamts aus. Der Pflegeberuf müsse wieder für mehr Menschen attraktiv werden, wozu eine bessere Entlohnung der Pflegefachkräfte, aber auch eine Verbesserung des Angebots an beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten gehörten, so Suhr.

 

Q: http://www.tagesschau.de/inland/pflegereform-kabinett102.html

http://www.tagesschau.de/inland/pflegereform-kabinett100.html

Q: http://www.tagesschau.de/inland/pflegereform-kabinett102.html

http://www.tagesschau.de/inland/pflegereform-kabinett100.html

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