Pflegeversicherung

Im Mai 2013 bezogen 2.541.753 Millionen deutsche Bürger Leistungen aus der Pflegeversicherung. Deren Gesamtwert betrug im vorangegangenen Geschäftsjahr etwa 21,9 Milliarden Euro, wobei 62,6 % der Leistungsbezieher unter die erste Pflegestufe fallen, 29,0 % in Pflegestufe II und 8,5 % in Stufe III eingeordnet sind. 1,6 % aller Pflegebedürftigen sind als Härtefälle anerkannt.

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Leistungen, die die Pflegekassen für Pflegebedürftige erbringen. Um festzustellen, wer welche Mittel in welchem Umfang erhält, gibt es zusätzlich zum System der Pflegestufen die Unterteilung zwischen Pflegefällen mit und ohne „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“. So beträgt das Pflegegeld auf Stufe 0 120 Euro bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, auf Stufe I 305 Euro – wohingegen es ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz nur 235 Euro sind. Analog dazu werden bei Pflegestufe II 440 bzw. 525 Euro gezahlt und bei Stufe III in jedem Fall 700 Euro, da in diesem Bereich der Beeinträchtigung eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz offensichtlich Teil der Pflegebedürftigkeit ist.
Sachleistungen werden von den Pflegekassen je nach Alltagskompetenz in Höhe von bis zu 240 bzw. 665 Euro im Monat übernommen, wenn ein Fall der Stufe I vorliegt. Bei Stufe II sind es 1.100 bis 1.250 Euro, Stufe III 1.550 und bei Härtefällen ist ein Maximalbetrag von 1.918 Euro möglich. Auf Stufe 0 sind es immerhin bis zu 225 Euro.

Ist im Falle eines Pflegebedürftigen, der zu Hause von seinen Angehörigen versorgt wird, beispielsweise aufgrund eines Urlaubs die sogenannte Verhinderungspflege nötig, deckt die Pflegeversicherung bis zu vier Wochen pro Jahr die Kosten dafür. Ohne Pflegestufe sind bis zu 120 Euro vorgesehen, auf den Stufen I und II 232 bzw. 305 Euro und 440 bzw. 525 Euro, auf Stufe III bis zu 700 Euro. Diese Beträge gelten für die Verhinderungspflege durch Angehörige; wird sie von sonstigen Personen übernommen, werden diese mit bis zu 1.550 Euro vergütet.
Die wünschenswerteste Leistung der Pflegeversicherung ist die Kurzzeitpflege, wenn die Pflegebedürftigkeit im vorliegenden Fall – beispielsweise im Anschluss an eine Operation – nur vorübergehend ist. Höchstens für vier Wochen im Jahr kann dafür eine finanzielle Unterstützung eingefordert werden, die bis zu 1.550 Euro beträgt.
Bei teilstationärer Versorgung, die entweder tagsüber oder in der Nacht stattfindet, gibt es unabhängig vom Grad der Einschränkung der Alltagskompetenz monatlich bis zu 450 Euro bei Vorliegen der ersten Pflegestufe, 1.100 bei Stufe II und 1.550 bei Stufe III. Sind zusätzliche Betreuungsleistungen nötig, zahlen die Pflegekassen unabhängig von der Pflegestufe maximal 100 Euro ohne und 200 Euro mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. Findet die Pflege teilweise in einer ambulant betreuten Wohngruppe statt, gibt es pauschal 200 Euro für Pflegestufe I bis III. Bei vollstationärer Versorgung wird der Pflegebedürftige bei Stufe I mit 1.023 Euro, bei Stufe II mit 1.279, bei Stufe III mit 1.550 und als Härtefall mit 1.928 unterstützt.

Weitere Hilfen der Pflegeversicherung umfassen die vollstationäre Pflege in Einrichtungen für Behinderte, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sowie nötige technische Hilfsmittel, Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds und Zuschüsse für Arbeitslosenbeiträge, Renten- und Krankenversicherung der Pflegepersonen für deren soziale Absicherung. Es werden auch Pflegekurse für Angehörige oder ehrenamtlich Tätige bezahlt, die die Pflege bei der betroffenen Person zu Hause durchführen.

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