Pflegetag und harte Zahlen: ohne ausländische Pflegekräfte geht nichts mehr

Das der aktuellen Diskussion um Pflegeleistungen, fehlende Fachkräfte, Unterfinanzierung und Überbelastung von Angehörigen zugrundeliegende Problem bleibt die demografische Entwicklung. Die Schere zwischen Zahl an Pflegebedürftigen und zur Verfügung stehenden Pflegekräften ist aktenkundig. Ohne ausländische, etwa philippinische oder polnische Pflegekräfte ginge schon jetzt gar nichts mehr. 

In Deutschland sind heute rund vier Millionen oder fünf Prozent der Bevölkerung älter als 80 Jahre.

Dieser Bevölkerungsteil wird bis zum Jahr 2050 laut statistischem Bundesamt eine Zahl von 10 Millionen erreichen. Da parallel dazu die Gesamtbevölkerung vermutlich auf bis zu 70 Millionen sinken wird, wird der Anteil der Pflegebedürftigen auf bis zu 15 Prozent klettern. Das Bundesamt für Statistik rechnet mit bis zu 4, Millionen Pflegefällen im Jahre 2050.

Es ist darauf aufmerksam gemacht worden (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-01/29222927-neue-westfaelische-bielefeld-kommentar-pflegetag-nur-taten-zaehlen-peter-stuckhard-007.htm), dass der Anteil des Bruttoinlandsprodukts, der für den Bereich Pflege ausgegeben wird, in Deutschland, verglichen mit anderen Industrieländern (etwa Schweden) erschreckend niedrig und die Deckungslücke zwischen Versicherungsleistung und Gesamtkosten im Einzelfall vergleichsweise hoch ist. Hier gibt es viel zu tun.

Um eine Höherbewertung, staatliche Förderung aber auch bzw. erhebliche Ausweitung privater Zusatzversicherungsleistungen wird man sicherlich nicht herumkommen.

Dass eine staatliche Absicherung des Pflegerisikos vor dem Hintergrund der offiziellen Zahlen komplett erfolgen kann, erscheint angesichts der damit verbundenen Notwendigkeit einer dramatischen Anhebung des Pflegebeitragssatzes im Jahre 2014 völlig illusorisch.

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