Probleme in Pflegeheimen

Studien zufolge sei etwa jeder zwanzigste Pflegebedürftige, der in der eigenen Wohnung versorgt wird, nur mangelhaft betreut – bei den Betroffenen, die in Pflegeheimen untergebracht sind, soll dies sogar für 10 % gelten. In enger Zusammenarbeit sollen die für die Heimaufsicht zuständige Behörde, der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK), Pflegekassen und Sozialhilfeträger die Qualitätssicherung in Pflegeinrichtungen gewährleisten. Zu diesem Zweck finden regelmäßige Prüfungen statt, die sowohl angekündigt als auch unangemeldet erfolgen.

 

Zu den Problemen, die am häufigsten festgestellt werden, gehören organisatorische Mängel wie die interne Kommunikation, die Erstellung der Dienstpläne oder auch Schwierigkeiten auf Führungsebene; außerdem eine mangelhafte Dokumentation der Pflege in den einzelnen Fallakten und vor allem Personaldefizite. Letzteres kann eine Reihe weiterer Mängel nach sich ziehen, wie beispielsweise bei der medikamentösen Versorgung, der Hygiene, der Nahrungs- und Flüssigkeitsversorgung oder auch bezüglich des Verhältnisses zwischen Personal und Pflegebedürftigen. Außerdem werden in manchen Fällen bauliche Mängel oder rechtliche Schwierigkeiten die Heimverträge betreffend festgestellt.

 

Um als Angehöriger eines Pflegebedürftigen feststellen zu können, ob die betroffene Person möglicherweise nur mangelhaft betreut wird, sollte man besonders aufmerksam sein. Scheint beispielsweise bei einem Besuch plötzlich die Kleidung etwas zu weit oder stellt man andere Hinweise auf einen Gewichtsverlust fest, könnte dies ein Warnsignal sein. 20 % aller Pflegebedürftigen mit Schluckstörungen sollen laut eines Qualitätsberichts des Medizinischen Diensts des Spitzenverbandes der Krankenkassen (MDS) nicht ausreichend Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme erhalten und magern daher ab. Besonders Demenzkranke haben meist selbst nicht den Überblick darüber, wie viel sie zu sich nehmen, und bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit des Personals. Ein weiterer Hinweis für eine suboptimale Versorgung kann Müdigkeit sein, die möglicherweise auf eine mangelhafte Flüssigkeitszufuhr hinweist.

 

Bei Pflegebedürftigen, die dauerhaft bettlägerig sind, sei zudem darauf zu achten, dass die Liegeposition nicht stets die gleiche ist. Dadurch würde das Risiko für Druckgeschwüre und Wundliegen ansteigen, was nur durch regelmäßiges Umlagern gering gehalten werden kann. Ist der Betroffene zusätzlich besonders unruhig, sollte er durch ein niedriges Pflegebett davor geschützt werden, sich beim Sturz auf den Boden zu verletzte. Gitter oder Fesseln sind nach Expertenmeinung in der heutigen Zeit keine Alternative mehr.

 

Wer sich vor dem Umzug in ein Pflegeheim eingehend informieren möchte, kann die Prüfberichte des MDK zu Rate ziehen. Darin findet man zum einen eine Gesamtnote, die für die entsprechende Einrichtung vergeben wurde, des Weiteren aber auch Detailnoten für einzelne Bewertungskriterien. Diese besonders transparente Vorgehensweise des MDK bzw. MDS soll die Qualität der Einrichtungen dauerhaft verbessern und für mehr Verbraucherfreundlichkeit sorgen.

 

 

Quellen:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Heimaufsicht

http://www.ruhrnachrichten.de/leben/familie/Maengel-im-Pflegeheim-So-stellt-man-sie-fest;art362,1625920

http://www.mdk.de/1328.htm

Leave a Response