Seniorenbetreuung

Seniorenbetreuung ist eine Dienstleistung, die nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz von 2008 nach entsprechender Aus- bzw. Weiterbildung von Seniorenbetreuern ambulant oder stationär erbracht wird. Der Fokus liegt dabei auf der nicht-pflegerischen Betreuung sondern auf der Alltagsgestaltung und sozialen Betreuung der Senioren. Zukünftig wir die Seniorenbetreuung mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, da die Entwicklung der deutschen Bevölkerung bereits seit Jahren einen klaren Trend aufweist: Dank der steigenden Lebenserwartung in unserer Industrienation ist zwischen 2005 und 2020 damit zu rechnen, dass die Anzahl älterer Menschen von 2 auf 2,91 Millionen wachsen wird. Es gilt also, mit der Seniorenbetreuung frühzeitig einer Versorgungslücke vorzubeugen.
Lässt es die körperliche und psychische Verfassung der Senioren zu, verbleiben sie gern in ihrer Wohnung, nutzen aber Unterstützung gemeinnütziger oder kirchlicher Einrichtungen. Eine ehrenamtlich tätige Betreuungsperson besucht den Betroffenen beispielsweise regelmäßig zu Hause, begleitet zu Arztbesuchen, hilft bei den Einkäufen oder leistet Gesellschaft beim Theater- oder Kinobesuch. Je nach Wunsch wird vorgelesen oder einfach nur Gesellschaft geleistet, eine Unterhaltung geführt und sich ausgetauscht. Zusätzlich bietet die organisierende Einrichtung den Senioren bei Bedarf kompetente Beratung zu Themen wie Pflegegeld, Haushaltshilfen oder betreutes Wohnen.
Eine andere Möglichkeit der Betreuung stellen teilstationäre Angebote in Alten- und Pflegeheimen dar. Die Senioren kommen beispielsweise zur Tagespflege und fahren abends wieder nach Hause in ihre Wohnungen. Viele wissen daran das gemeinsame Mittagessen mit Gleichaltrigen, den Austausch bei Spaziergängen und Angebote zum Erhalt der Fitness wie Gymnastik, Tanz oder Kegeln zu schätzen. Gelegentlich werden Ausflüge unternommen und Geburtstage gemeinsam begangen. Die teilstationäre Seniorenbetreuung ist als Ergänzung von ambulanter und stationärer Versorgung angedacht und im Rahmen der Pflegeversicherung können Leistungen für ihre Inanspruchnahme bezogen werden.
So werden etwa Hin- und Rückfahrten zur Tagespflegeeinrichtung entsprechend einer vorliegenden Pflegestufe ebenso erbracht wie Pflegesachleistungen. Zusätzlich müssen Investitionskosten des Altenpflegeheims gezahlt werden, die aber häufig von der zuständigen Kommune übernommen werden. Auf eigene Kosten gehen dann nur noch die Verpflegung und – je nach Bundesland – eine Umlage zur Förderung der Ausbildung von Pflegekräften. Auf Antrag kann im Einzelfall aber auch hier eine alternative Finanzierung geprüft werden.
Die dritte Möglichkeit besteht schließlich im Umzug in ein Seniorenwohnheim oder eine Einrichtung für betreutes Wohnen. Die Betreuung ist üblicherweise nicht ständig gegeben, wobei Grundbetreuung und Rufbereitschaft für den Notfall durch per Vertrag mit einem ambulanten Pflegedienst gesichert sind. Bei Bedarf kann der Bewohner also darauf zurückgreifen. Diese Unabhängigkeit ist schließlich, was den Unterschied zu Pflegeheimen macht und worauf die Bewohner in der Regel auch großen Wert legen. Es geht nicht darum, sich in eine Abhängigkeit zu begeben, sondern in einer Gemeinschaft Gleichaltriger zu wohnen und für den Notfall abgesichert zu sein.
Sollte „der Notfall“ eintreten und schlimmstenfalls eine Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen, sei dem Bewohner der Umzug in ein Altenpflegeheim nahegelegt. Nicht selten sind Pflegeheime direkt an die Wohnheime angeschlossen. Hier kann die Versorgung von Pflegebedürftigen aller Pflegestufen gewährleistet werden.

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