Warten auf die Pflegereform

Bundesgesundheitsminister Gröhe hat in einem Interview mit der FAZ deutlich gemacht, dass die Pflegereform und die daraus resultierenden verbesserten Leistungen nicht auf die lange Bank geschoben werden sollen. Deshalb sollen bereits Anfang 2015 erste substantielle Verbesserungen in Kraft treten.

Dazu sollen jährlich 2,4 Mrd. Euro bereitgestellt werden, die zum Ausbau der Familienhilfen und der Verbesserung des Betreuungsschlüssels in Pflegeeinrichtungen verwendet werden. Weitere 2,4 Mrd. Euro sollen später in die Ausgestaltung des neu definierten Pflegebegriffs gehen. U.a. werden dann die psychischen und geistigen Beeinträchtigungen eines Pflegebedürftigen ebenso in die Beurteilung mit einbezogen wie die körperlichen Defizite.

Die Gegenfinanzierung dieses Betrages soll über eine Anhebung des Beitragssatzes in der gesetzlichen Pflegeversicherung in zwei Schritten um insgesamt 0,5% erfolgen. Diese Erhöhung soll paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite getragen werden. Die Reform soll 2016 in Gesetzesform gegossen sein und bis 2017 umgesetzt werden. Ein Drittel der ersten Beitragsanpassung werden einem Vorsorgefonds zugeführt, um den Eintritt der Babyboomer, also der in den fünfziger und frühen sechziger Jahren Geborenen ins Pflegealter ab 2030 abzufedern.

Was wird sich denn nach dem neuen Modell ändern? Folgt man Gröhe, so hat man bisher ein relativ starres und zum Teil auch ungerecht wirkendes Drei-Stufen-Modell gehabt, in Zukunft soll es fünf aussagekräftigere Pflegegrade geben. Beim alten Stufen-Modell sei man vom Zeitaufwand für die Pflege ausgegangen, der durch körperliche Beeinträchtigungen notwendig ist. Bei den neuen Graden sollten nunmehr psychische Beeinträchtigungen gleichermaßen erfasst werden.

QUELLE: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/groehe-ueber-pflegereform-der-wichtigste-pflegedienst-ist-die-familie-12881440-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

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