Was zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Grundsätzlich gilt im Pflegefall zu beachten dass die gesetzliche Pflegeversicherung in der Regel nicht sämtliche anfallende Kosten übernimmt. Eigenanteile von 2.000 Euro oder mehr sind durchaus möglich, und vor einer Übernahme der Eigenanteile durch das Sozialamt wird in der Regel zunächst der Familienkreis des Pflegebedürftigen dahingehend überprüft, ob gegebenenfalls ein Verwandter ersten Grades existiert, der zur Übernahme der Kosten herangezogen werden kann. Zieht man zusätzlich in Betracht, dass die Anzahl der Pflegefälle überproportional zur Lebenserwartung der Deutschen ansteigt erscheint es mehr als sinnvoll entsprechende Versorgungslücken der gesetzlichen Pflegeversicherung schon beizeiten durch Zusatzversicherungen zu schließen. Im Folgenden soll daher ein Überblick darüber gegeben werden wofür die Pflegeversicherung aufkommt und wo zusätzlicher Absicherungsbedarf besteht.

Ist ein Pflegebedürftiger nur vorübergehend – beispielsweise aufgrund einer Operation oder Krankheit – auf Hilfe angewiesen, gelten die Sätze für Kurzzeitpflege. Dabei sind unabhängig von der Pflegestufe bis zu 1.550,- Euro im Jahr vorgesehen.

Bei Langzeitpflegebedürftigen wird im Rahmen der häuslichen Versorgung – etwa durch Angehörige oder auch mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes – für die Pflegestufen I, II und III ein Pflegegeld von respektive 450,-, 1.100,- und 1.550,- Euro monatlich gezahlt. Sogenannte Pflegesachleistungen, die in diesem Setting anfallen, werden mit 235,-, 440,- bzw. 700,- Euro bezuschusst. Für bis zu vier Wochen pro Jahr können Leistungen für eine Pflegevertretung – beispielsweise bei Verhinderung aufgrund von Krankheit oder Urlaub der Pflegeperson – beantragt werden. Diese betragen bei Pflegestufe I 235,- Euro bei Vertretung durch einen nahen Angehörigen und 1.550,- Euro, wenn ein Pflegedienst zum Einsatz kommt. Bei Stufe II belaufen sich die Beträge auf 440,- bzw. 1.550,- Euro, bei Stufe III auf 700,- bzw. 1.550,- Euro.

Abhängig von individuellen Störungen bestimmter Fähigkeiten und Kompetenzen kann ein zusätzlicher Betreuungsbedarf vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt werden. In diesen Fällen sind zusätzliche Zahlungen von bis zu 200,- Euro monatlich möglich.

Im teilstationären Pflege-Setting übernehmen die Pflegekassen – unabhängig davon ob es sich um Tages- oder Nachtpflege handelt – je nach Pflegestufe 450,- 1.100,- bzw. 1.550,- Euro pro Monat; in Fällen besonderer Härte sogar 1.918,- Euro.

Im Falle der vollstationären Versorgung deckt die Pflegeversicherung 1.023,-, 1.279,- bzw. 1.550,- Euro sowie 1.918,- Euro im Härtefall. Handelt es sich hierbei um Einrichtung für behinderte Menschen, werden zusätzlich Pflegeaufwendungen bis maximal 256,- Euro pro Monat bzw. 10 % des Heimentgelts übernommen.

Weitere Leistungen umfassen Pflegehilfsmittel, die unabhängig von der Pflegestufe mit 31,- Euro monatlich gedeckt werden, technische Hilfsmittel, von denen unter Berücksichtigung einer Eigenbeteiligung von maximal 25,- Euro 90 % erstattet werden sowie Maßnahmen zur Anpassung des Wohnumfelds des Pflegebedürftigen im Falle der häuslichen Versorgung. Auf Basis einer angemessenen Eigenbeteiligung werden bis zu 2.557,- Euro pro Maßnahme übernommen. Schließlich kommt die Pflegeversicherung auch für Rentenversicherungsbeiträge von Pflegepersonen auf, wenn diese mindestens 14 Stunden wöchentlich Pflege leisten, zusätzlich nicht über 30 Stunden anderweitig einer Beschäftigung nachgehen und noch keine Vollrente beziehen. Je nach Umfang der Pflegetätigkeit, Pflegestufe und Bundesland werden zwischen 111,- und 396,- Euro übernommen.

Soweit zu den Leistungen der Pflegekassen; um auch die restlichen Kosten im Pflegefall decken zu können, bestehen im Allgemeinen drei Möglichkeiten der Zusatzversicherung: Pflege-Rentenversicherung, Pflege-Tagegeldversicherung oder Pflegekostenversicherung. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle sollten gegebenenfalls in einem Beratungsgespräch mit dem Fachmann abgewogen werden, um die beste Lösung zu finden.

Quellen:

 http://www.dewion.de/pflegezusatz/formen.shtml

http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/artikel/finanzielle_leistungen_pflegereform.html

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